Zinscap - fehlerhafte Darlehen

ApoBank und andere Banken prellen ihre treuen Kunden mit Zinscapgebühren.

Die Deutsche Ärzte- und Apothekerbank (ApoBank) setzt Zinserhöhungen meist sofort durch, rechtsverbindliche Zinssenkungen oft aber nicht oder nur verspätet; es geht um enorme Summen.

Seit vielen Jahren bietet die ApoBank s. g. Zinscapdarlehen ihren Kunden an; darunter viele Ärzte die ihre Praxen finanziert haben. Diese Darlehen sind grundsätzlich variabel verzinst, doch die Zinsen waren/sind nach oben und nach unten begrenzt. Die Bank ließ sich für diese „Leistung“ fürstlich bezahlen, denn sie berechnet ihren Kunden bis zu 4,5 % des Darlehensbetrages, den sie meist bereits am Anfang einbehielt.

Doch was ist nicht rechtens: Bereits der gewählte Begriff des Zinscaps ist irreführend, da die Bank zwar dem Kunden tatsächlich eine gewisse Zinsobergrenze garantierte und hierfür durchaus vom Kunden eine Gegenleistung beanspruchen konnte, sich selbst aber gleichzeitig nach unten absicherte und das –unbemerkt- ohne Zahlung an den Kunden. Tatsächlich handelt es sich also um zwei gegenläufige Zinswetten von Bank und Kunde. Über dieses Ungleichgewicht klärte die Bank ihre Kunden natürlich nicht auf und die Kreditnehmer wurden über die tatsächliche Bedeutung im Unklaren gelassen.

Die Bank verdient also dreifach: am Zins, an ihrer Wette und an ihrer kostenlosen Wette mit dem Kunden. Aber das ist nicht genug. Angepasst wird der Zins natürlich von der Bank selbst. Die Anpassungen sollen zwar angeblich nach Änderungen des Geld- und Kapitalmarktes erfolgen, aber wie genau das erfolgen soll, wird in den Vertragsbedingungen der Bank nicht erklärt. Im Ergebnis kann die Bank Zinserhöhungen sofort durchsetzen, Zinssenkungen aber nicht oder verspätet. Genau diese Praxis hat der Bundesgerichtshof (u. a. 13.04.2010 (XI RZ 197/09)) aber untersagt und entsprechende Vertragsbedingungen für unwirksam erklärt. Damit wird auch den Zinscapdarlehen die Berechnungsgrundlage entzogen. So haben es die Landgerichte in Düsseldorf und in Duisburg auch geurteilt.

Doch die Apobank kassiert kräftig weiter ab und reicht die Vorteile/Zinssenkung aber nicht oder unzureichend zum Kunden durch. - So hat die ApoBank die Zinscapdarlehen mit dem Argument beworben, dass die Capgebühren im Falle der vorzeitigen Darlehensbeendigung anteilig zurückerstattet werden, so will sie heute von dieser Zusage nichts mehr wissen.

Rechtsanwäte Buck & Wittekind aus München und die Schutzgemeinschaft für Bankkunden halten nicht nur das Vorgehen der Bank nach Vertragsschluss, also die vertraglich vereinbarten Zinsanpassungen für rechtswidrig sondern: das Zinscapdarlehen an sich. - Insoweit gehen sie davon aus, dass die Bank die berechneten und einbehaltenen Zinscapgebühren an den Kunden zurückerstatten muss und der Kunde sein Darlehen jederzeit zurückführen/kündigen kann. Aus diesem Grunde gehen sie bereits (Landgericht Düsseldorf Az.: 12 O 210/15) gegen die ApoBank vor.

Anleger können sich gerne bei der Kanzlei Buck & Wittekind oder der Schutzgemeinschaft für Bankkunden (www.schuvoba.de) melden, registrieren Sie sich hier.